Küchentisch Psychologie

Ich habe bis jetzt in einem Unternehmen mittlerer Größe und zwei fancy Agenturen gearbeitet. Und gelernt habe ich auch viel: Zum Beispiel, dass man sich in einem Büro verdammt nahe kommt. So nahe, dass es falsch wär, wenn man Bruder und Schwester wäre. Von daher: Kein Sex am Arbeitsplatz!

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jungle.world – »Es wird die Reformation gefeiert, aber nicht …

Freunde werden? Okay cool. Feierabendbier? Okay. Vögeln? Nein. Vögeln, wenn einer der beiden verheiratet ist? — Hell, nooo. Ficke niemals, wo du isst! Das ist natürlich nur ein altes Sprichwort, das korrekterweise „Scheiße niemals, wo du isst“ heißen sollte. Sex in der Küche oder auf dem Küchentisch ist natürlich in Ordnung. Nicht im Traum würde mir einfallen, gegen Küchen-Sex zu „schreiben“. Gegen Sex unter Arbeitskollegen aber schon.

Warum ich diesmal über Sex am Arbeitsplatz schreibe? Warum nicht? Ich kenne genug gute Stories zu diesem weit verbreiteten und prekären Vorkommen. Besonders „gut“ sind vor allem drei dieser Geschichten. Eine teile ich heute mit euch, denn, wenn ich etwas nicht bin, dann kleinlich. Diskret bin ich übrigens auch nicht.

Eine der Geschichten beginnt bei einer Geschäftsreise, die andere — wie sollte es anders sein — bei einer Weihnachtsfeier und die dritte: Keine Ahnung. Mein Ex-Freund wollte mir nicht so richtig erzählen, wo es wann gefunkt hat und wann sie was wo getrieben haben.

Aber eins nach dem anderen. Ich erzähle erstmal nur eine. Denn erstens soll das hier zu keinem Roman ausarten, andere können das eh besser. Und zweitens wird auch mal wieder Gras über die krisengebeutelte Politik Österreichs wachsen. Oder Ex-Vizekanzler Strache legt einen Kunstrasen aus. Jetzt wo er seine politische „Karriere“ ad acta gelegt hat, verfügt er über genügend Zeit. Worüber sollen wir dann aber schreiben? Ich über Sex am Arbeitsplatz!

Also lasst mich nicht gleich mein ganzes Pulver verschießen. So wie der arme Kerl aus „Don’t fuck where you eat“ Teil I. Wieder mal ein smoother Übergang — Schulterklopfer geht an mich und kommt von mir.

Weihnachtsfeier an einem bitterkalten Dezembertag. Sie war ein weiblicher Irgendjemand. Ich nenne sie Laura. Er war ein anderer, älterer Irgendjemand aus einer anderen Abteilung. Sie kannten sich vor der Weihnachtsfeier nicht, sind sich nie in den Pausen begegnet und haben sich auch sonst nie bemerkt. Außerdem waren da noch ganz viele andere Irgendjemande. Zuerst gab’s Blickkontakt, dann bisschen Smalltalk und schließlich Hautkontakt.

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Weihnachtsfeiern sind nicht nur beliebt für besoffene Chefs und zeigefreudige Outfits ferab des Bürotisches, sondern auch für die berühmt berüchtigte Fotobox. Laura war ein bisschen betrunken und ein bisschen geil war sie auch. Er: Ebenfalls betrunken, ein bisschen verlobt und offensichtlich noch ein bisschen geiler als sie. Sie wusste nur über zwei von drei Bescheid: Betrunken und geil. Denn beim gemeinsamen Fotomachen mit anderen Kollegen hat er sie schon ständig begrabscht, ihr an den Po gefasst. Und zwischen die Beine. Aber natürlich nur von hinten, sonst wären die Fotos nichts für den öffentlichen Ordner im Intranet.

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Der Typ und Laura landen im gleichen Taxi, nachdem sie sich von der restlichen Kollegenherde abgekapselt haben. Wo vor allem er sehr betrunken-anhänglich und geil wird. Und was sie null ablehnt. Sie fahren keine zehn Meter, da spürt sie seine Hand am Rücken. Und die Hand macht den Jumpsuit auf, denn so kommt es sich leichter zur Brust. Endstation Lauras Wohnung. Das Erstaunliche: Sie haben keinen Sex, aber er zeigt ihr, wie genau ein Rim-Job funktioniert. Es ruft ihn ständig jemand an. Dann muss er plötzlich weg. Doch am Arbeitsplatz fallen sie sich seit dem Abend auf.

Montag Morgen im Büro: Es geht bald weiter mit Mails und WhatsApps à la „I really wanna lick your ass.“ Es dauert nicht lange, dann steht auch schon ein Treffen. Und der Sex steht auch. Der (einzige) Sex, den sie wohlbemerkt jemals hatten, dauert ganze acht Sekunden, die angespannte Stimmung danach geht 1,5 Jahre. Danach ist erstmal Weihnachten. Sporadischer Kontakt. Alles abgeklungen.

Richtig interessant wird es aber erst, als Laura die Abteilung wechselt und nur zwei Meter von dem Typen entfernt sitzt, der ihr vor einem Monat noch den Anus geleckt und sie acht Sekunden gebumst hat. An ihrem ersten Arbeitstag in der neuen Abteilung kommt dann das Sahnehäubchen auf dem Vögle-niemals-deinen-Arbeitskollegen–Eisbecher: „Da irgendein Name bald Vater wird, dachten wir, wir schenken ihm eine Kleinigkeit. Wer will mitmachen?“ Es erfordert keine Detektiv-Skills, um herauszufinden, dass die schwangere Frau (was schon schlimm genug ist), auch seine Verlobte ist.

Dann wird’s im Büro etwas schräg. Er macht keinen Hehl daraus, dass er bald Papi wird und heiratet. Und wenn die beiden alleine im Büro sind, dann macht er auch keinen Hehl daraus, dass er gerne aus den acht Sekunden mindestens acht Minuten machen würde. Obwohl Laura einen leichten Daddy-Komplex hat, ist es für sie von Anfang an klar, dass sie ihn nicht auf diese Weise ausleben wird. Deshalb ignoriert sie ihn so gut es geht und entfernt ganz locker flockig seine Hand von ihrer Brust, wenn sie mal hinwandert. Sie schreibt ihm höchstens mal eine versaute WhatsApp. Mehr nicht.

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Er hingegen lässt keine Gelegenheit aus, sie zu berühren, sobald mal die anderen am Klo oder in einem Meeting sind. Ein „Nein“ überhört er. Auch weil das Lauras „Nein“ eher nach einem „Ja, gib’s mir“ klingt. Sie fand das Ganze irgendwie aufregend und irgendwie auch respektlos. Die Grenze zu sexueller Belästigung erstmal noch verschwommen. Erstmal.

Bis zu dem Zeitpunkt, als Laura einen Mann kennenlernt und unmissverständlich klarmacht, dass es so ab nun wirklich nicht mehr weitergeht. Und dass sie es diesmal toternst meint. Auch das ignoriert er. Erst als sie ihn in einer WhatsApp fragt: „Willst du, dass man deine Tochter später auch mal so am Arbeitsplatz behandelt?“ entschuldigt er sich und lässt ab.

Hier endet die Geschichte und die angespannte Stimmung auch. Ein mulmiges Gefühl bleibt. Aber nicht mehr allzu lange. Denn nicht nur der Typ lässt nach Lauras Ansage ab, zwei Monate später wird ihr ein neuer Job angeboten. Erst dann verblasst die Geschichte auch nach und nach in ihrem Kopf. An ihren letzten Arbeitstagen beobachtet Laura, wie er sich neue Opfer im Unternehmen sucht. In anderen Abteilungen.

Was mit einer Fotobox und ein bisschen Fummelei begann, endete in sexueller Belästigung. Und das ist der Punkt, an dem der Spaß wirklich aufhört.

Wenn du da ein Verhältnis beginnst, wo sonst gearbeitet wird, dann sei dir bewusst, dass du ein echtes Bündnis eingehst. Nein, ich meine kein Heiratsversprechen, aber auch nicht nur Sex. Zu einfach: Du bürgst für jemanden. Aber bürgt derjenige auch für dich? Die Liaison kann jederzeit schief gehen: Jemand verliebt sich, die Sache geht schief oder ein Partner kriegt Wind. Und ja, es kann schon zu einer Beziehung werden, aber sie wird nicht lange halten, wenn ihr euch dann nicht nur auf der Arbeit, sondern auch privat seht. Bäh.

Es kann schief gehen. Nein, wenn man Murphys Gesetz Glauben schenken darf, dann wird es schief gehen. Was auch impliziert, dass du ohne Job dastehen kannst, wenn’s blöd geht. Außerdem kann er oder sie verheiratet sein, ohne das du es weißt, wie unsere No-Love-Story zeigt.

Angst fressen Seele auf- Küchentischpsychologie | Provinznotizen
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Weder Chef, noch Kollegen sehen gern, wenn zwei es (miteinander) tun. Kommt es dann noch zu Komplikationen (und das tut es sicherlich), die das Arbeitsklima oder die Produktivität negativ beeinflussen. Sex in einem Arbeitsverhältnis ist wie wenn man einen Kredit aufnimmt. Ob du ihn zurückzahlen kannst, ist die Frage. Die Zinsen sind mega scheiße. Und das Risiko seinen Job zu verlieren, ist doppelt so hoch.

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Doch warum kenne ich dann so viele Geschichten?

Es ist ja auch so herrlich einfach… Sich am Arbeitsplatz kennenzulernen ist so viel weniger verkrampft und gezwungen als über Tinder. Ach Tinder… Du wirst deinen schlechten Ruf einfach nicht los. Mit Kollegen (oder auch dem Boss: Steile Hierarchien sind ja eh sowas von 80er) ist es da viel lockerer. Ein Mittagessen hier, ein After-Work-Bier da, ein gemeinsames Projekt dort. Schon hat einer einem auf die Brust gestarrt. Oder auf den Schritt. Schon sind die Tensions da. Und wenn nicht bei der Arbeit selbst oder danach, DANN bei der Weihnachtsfeier.

Und nein, es wird auch keine große Love Story wie in „Tatsächlich Liebe“ oder welche Filme sonst noch dieses Dilemma behandeln und in einem Happy End gipfeln lassen. Es ist viel mehr simple Wespentaschen-Psychologie. Denn die besagt, je öfter man etwas sieht (auch wenn’s anfangs gar nicht gefällt) desto besser gefällt es uns mit der Zeit. Und wenn es auf Dinge zutrifft, wird es bei Menschen wohl nicht anders sein. So sehe ich das zumindest.

Fast unausweichlich ist an dieser Stelle die Frage, ob Sex am Arbeitsplatz überhaupt bewusst vermieden werden kann? Bei einem Full-time-Job sieht man die Kollegen und den Boss nämlich öfter als die eigenen Freunde. Oder den Partner. Oder die Kinder. Oder noch schlimmer: DEN HUND.

Ist wohl was für einen Selbstversuch. Und da das unter die Kategorie „Recherche“ fällt, kann auch niemand jemadem seine (oder ihre) Hingabe für den Beruf vorwerfen.

Angst fressen Seele auf- Küchentischpsychologie | Provinznotizen
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Angst fressen Seele auf- Küchentischpsychologie | Provinznotizen
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Küchentischpsychologie – Empathie und Wahnsinn – Pumk Magazin
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Küchentischpsychologie
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