Schlafzimmer Ideen Braunes Bett

Luis Laplace lebt in Paris. Aber San Sebastián, wo der Argentinier gerade anlässlich seines Um- und Ausbaus des berühmten Chillida-Leku-Museums wie der Popstar vorgestellt wurde, der er für einige seiner Kunden tatsächlich ist, gefällt ihm auch. „Das Licht hier ist so wunderbar dramatisch.“ Laplace, groß in englischen Lederschuhen mit braunen sanften Augen, trägt Pulli unterm Jackett und einen kleinen Bauch über der Jeans. Mit seinem leichten Sorgenteddy-Blick und dem runden, knuffigen Gesicht wirkt der 49-Jährige wie ein reifer Student. Und der baut diese Häuser der wilden Artsies und Sammler?

Was für Farben wähle ich im Schlafzimmer? -
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ICONIST: Architekten, sagte mal einer Ihrer Kollegen, sind eigentlich Psychologen. Was liegt Ihren Kunden auf der Seele?

Luis Laplace: Der Wunsch, etwas Zeitloses zu schaffen. Keine Künstlichkeit, Architektur- oder Designbomben, sondern etwas, das sich an Wandel und Witterung reiben kann. Ich kann nachempfinden, wie Häuser für Sammler funktionieren. Instagram-tauglich ist nicht unbedingt das erwünschte Kriterium. Und auch nicht mein Ziel.

ICONIST: Ihre Auftraggeber sind häufig Sammler, auch Galeristen. Wie sehen Sie die Stärkeverteilung: Ist die Architektur dienend oder verstärkt sie die Kunst? Wann werden Ihre Entwürfe zum Gegenpol und wann ein Pakt mit ihr?

Laplace: Es ist natürlich ein Unterschied, ob man ein Bürogebäude oder ein Apartment baut oder für das Zeigen von Kunst. Ich liebe und schätze Kunst. Ich würde niemals eine so eitle Geste vollziehen, dass meine Architektur womöglich stärker, imposanter, expressiver, dominanter als die Kunst meiner Kunden ist. Ich vertrete eine Dienstleistungshaltung. Ich bin immer Zweiter nach der Kunst.

ICONIST: Nehmen wir mal das Chillida-Leku-Museum in San Sebastián, das Sie gerade rekonstruiert haben. Flachware, also Bilder, kann man an jede Wand dübeln. Skulpturen aber spielen auch mit Raum.

Laplace: Unbedingt. Solche Exponate brauchen Ruhe. Skulpturen laden zur Meditation ein, diese Stille wollte ich auch nicht stören. Das Tageslicht dort kann sehr hart sein. Hinzu kommt, solche massiven Arbeiten schlucken und reflektieren Licht. Ich habe allein Stunden damit zugebracht, den richtigen Weißton für diese besonderen Raumsituationen zu finden.

ICONIST: Im Wohnen drücken sich immer auch Botschaften eines Bewohners aus. Mit welchen Wünschen kommen Ihre Kunden zu Ihnen?

Laplace: Oh, es wird nie langweilig: Auf Mallorca habe ich das Haus von Ursula Hauser gemacht, der Mutter der Galeristin Manuela Wirth. Man merkt sofort, dass sie aus einer Unternehmerfamilie für Haushaltsgeräte kommt, dazu ist sie auch noch Schweizerin! Eine sehr pragmatische Frau, topfit an allen technischen Geräten, ultragenau. Wenn sie eine Notiz schrieb, die ihren Zettel nicht ganz füllte, riss sie den Rest des Papiers ab, um ihn aufzuheben. Wir flogen nach Marokko, Italien, um Materialien zu studieren. „Ich mag den Stein, aber wie ist er zu reinigen?“ Das war immer ihre Sorge: Wird das Material zwanzig Menschen jeden Tag überleben?!

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Ein italienischer Kunde wollte einmal, dass ich ihm einen Mikrowellenofen für sein Schlafzimmer entwerfe, um den Dildo seiner Freundin anzuwärmen. Wie toll ist das!

ICONIST: Origineller Auftrag. Wer war denn das? Silvio Berlusconi?

Laplace: Nein, ein Geschäftsmann aus der Autoindustrie. Flavio Briatore war‘s nicht. Den Namen habe ich vergessen.

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ICONIST: Natürlich. Wie sah das Spielzeug denn aus?

Laplace: Das habe ich leider nie zu sehen bekommen.

ICONIST: Und das Schlafzimmer?

Laplace: Sehr chic – so ein pudriges Pink, Vagina-Rosé und Tabakbraun. Sehr flirty. Ein Riesenbett, natürlich. Der Hausherr war sehr groß.

ICONIST: Gab es konkrete Vorgaben für den Dildo-Kamin oder hatten Sie freie Hand?

Laplace: Es lief nach dem Vertrauensprinzip. Ich habe eine Box aus Rosenholz gebaut, circa 70 Zentimeter hoch und etwa 60 Zentimeter tief. Wie eine Art Side Table, ein Möbel, das man auch als Nachttisch neben das Bett stellen kann. Oben ist eine Bronzeplatte drauf gearbeitet, auf der kann man seinen Drink abstellen oder seine Ohrclips ablegen, und dann halt vorne wie bei einer Mini-Bar das Türchen aufmachen. Innen, hinter der Verkleidung, ist eine ganz normale Mikrowelle eingebaut. Sehr diskret, sehr elegant und pfiffig. Der Hausherr jedenfalls war sehr zufrieden.

ICONIST: Sie haben auch die Häuser des Kunstsammlers Friedrich Christian Flick mitgestaltet. Wie lautete das Briefing für sein Chalet in Gstaad?

Laplace: Mick Flick ist jemand, der sich Dinge ertastet mit einer fast kindlichen Neugier. Er streicht über alles, fasst an, fühlt Wärme, Struktur, er nimmt Kontakt auf mit dem Material. Sein Körper muss erfühlen, ob er etwas liebt oder nicht. Sehr emotional. Ich sprach mit ihm über Materialien, während er sie physisch berührte. Er schätzt alles Profil-, Charakterstarke, Leder zum Beispiel. Es ist ein außergewöhnliches Chalet, das Projekt allerdings stand unter keinem so guten Stern. Wir waren mit mehreren Architekten beteiligt, einer verunglückte bei einem Flugzeugabsturz. Das Chalet war einmal komplett abgebrannt, weil ein Kamin im Winter blockiert war. Wir haben es neu aufgebaut.

ICONIST: Aber auf alt getrimmt?

Laplace: Es ist aus Kiefer, aber das Holz ist noch hell, es muss noch ein wenig altern. Innen öffnet sich das Haus wie eine Kathedrale mit zwölf Meter hohen Wänden und einem Glasaufzug. Die Idee war, keinen Gegenpol zu schaffen, sondern eine Verbindung zur Kunst, auch zur Natur, mit viel Glas, Fenster, Licht und einer starken Materialehrlichkeit. Das Weiß an den Wänden ist nicht einfach ein flaches Weiß, sondern Chalk-White, Kreideweiß. Das zelebriert so eine natürliche Eleganz.

ICONIST: Ein Bauprojekt kann anstrengender sein, als Kinder zu haben, klagte mal eine Hamburger Unternehmergattin, die zusammen mit einem Stararchitekten eine herrliche Villa an der Elbe umbaute. Den Einzug erlebte sie dann nicht mehr. Haus fertig, Ehe kaputt.

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Was für Farben wähle ich im Schlafzimmer? -
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Laplace: Wenn die Ehe versagt, ist ein Haus oft wie ein Baby: Es soll die Beziehung wieder kitten. Ich hatte mal ein Paar, das sich ernsthaft darüber in die Haare bekam, wie herum nun das Toilettenpapier hängen sollte – Papier an der Wand oder vorn? Oder an welcher Wand das Bett steht! Männer schwärmen vom Marmorbad, Frauen denken an die Bodylotion, die Flecken hinterlässt. Auf meiner Visitenkarte steht einfach nur „Partner“. Wenn es kongenial werden soll, gehört nicht nur ein guter Architekt, sondern immer auch ein guter Bauherr dazu. Dann wird’s so qualitätsvoll.

ICONIST: Remo Ruffini, der Besitzer von Moncler und Doge der Daunenjacken, wohnt in St. Moritz auf 2800 Quadratmetern komplett in Schwarz, sogar die Kunst ist schwarz. Was sagen Sie als Psychologe?

Laplace: Keine Ahnung, so weit reicht mein therapeutisches Wissen dann doch nicht. Es ist natürlich einfacher, einem Konzept zu folgen. Sich selbst zu zeigen erfordert auch Mut, weil man sich entlarven kann.

ICONIST: Soll man das Sammlungskonzept einem Wohnkonzept unterordnen oder umgekehrt – wie gehen Sie vor?

Laplace: Ich baue keine Vitrinen, ein Haus muss auch funktional sein. Ein Wassertrog im Bad mag elegant aussehen, aber was nützt es, wenn’s keinen Platz zum Abstellen gibt. Bei aller Begeisterung für die Besinnung auf das Wesentliche und die pure Wirkungskraft, wir sind ja immer noch Menschen. Also, Hornhautbürsten, Enthaarungscreme, so was will man schon kaschieren. Bei mir werden Sie immer auch Wohnlichkeit erleben. Keinen weiß getünchten Beton. Ich mag es welcoming, weg vom steril Klinischen. Papagei-Grün zum Beispiel ist ein fantastischer Farbton!

ICONIST: Sie sind der Haus- und Hofarchitekt der Galeristen Hauser & Wirth. Die maximale Reduzierung, der White Cube als dienende Funktionsarchitektur hinter der Kunst, das war lange das Ideal. Neutral und demutsvoll.

Laplace: Dem widerspricht die zurzeit praktizierte Übung in verschiedenen arabischen Ländern, wo schon die Gebäude von einer so skulpturalen Kraft sind, dass sie dermaßen marginalisiert sind bis hin zu schiefen Wänden und so einer expressiven eigenen Aufladung, dass die Kunst quasi nur noch dekorativ als Ersatzstück verschwindet. Bei Jean Nouvels „Wüstenrose“, dem Nationalmuseum, das gerade für 400 Millionen Euro Baukosten in Doha eröffnet wurde, ist es ganz offensichtlich. Ich hab’s hundertmal überall von außen abgebildet gesehen, aber was ist eigentlich drin?

ICONIST: Fondation Louis Vuitton, Frank Gehry: Die Architektur ist so skulptural, dass ein dünner Giacometti kaum mehr Luft zum Atmen hat.

Laplace: Peniskriege.

ICONIST: Der Berliner Werber und Kunstsammler Christian Boros, ist der Überzeugung, dass die idealste Rezeption sei, wenn man den Raum nicht spürt, sondern sich wirklich auf das Kunstwerk konzentrieren kann.

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Laplace: Obgleich er selbst das ja nicht verfolgt. Er hat mit seinem Berliner Bunker, in dem er seine Sammlung ausstellt, das Kontrafaktische geschaffen mit einer wahnsinnig starken Architektur, die ja ständig die Kunst zum Kampf herausfordert.

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ICONIST: 80 Kabinette hinter drei Meter dicken Betonwänden.

Laplace: Das Spannende ist, es gibt keine Fenster. Man kann vor der Kunst nicht fliehen in seinem Museum. Ich finde Fenster ja wichtig, weil sie uns erinnern, wo genau wir uns befinden. Der Kontext ist kolossal bedeutend für mich.

ICONIST: Brauchen Männer – mehr noch als Frauen – schmückende Dinge, um sich aufzuwerten?

Laplace: Zaha Hadid ist immer in Konkurrenz zur Kunst getreten. Keine Ahnung. Frauen haben zumindest oft die stärkeren Nerven. Mein Team und ich saßen einmal mit einem spanischen Paar bei einer Baubesprechung in Paris zusammen, als der Mann plötzlich in seinem Sessel in Ohnmacht fiel. Worauf die Gattin einen Fächer zückte und lächelte: „Er ist okay, machen Sie sich keine Sorgen, wir können ruhig fortfahren.“ Und während sie ihm frischen Wind über die Nase wedelte, sprach sie seelenruhig weiter über Badezimmergriffe und Vorhangstangen.

ICONIST: Die härteste Kastration, die Sie je erfahren haben?

Laplace: Einmal habe ich für italienische Kunden eine Wohnung in Paris eingerichtet, da funkte mir permanent deren japanischer Haus-Guru dazwischen. Für die Energiehygiene, sagte er, müsse das Bad unbedingt im Eingangsbereich sein und die Küche im Grunde am besten im Treppenhaus. Mit Feng-Shui-Geistern zu arbeiten kann strapaziös sein.

ICONIST: Ihr nächster Auftrag?

Laplace: Ein Pariser Apartment für Nicolas Berggruen. Modern. Contemporary.

Luis Laplace: Geboren in Buenos Aires, wo er Architektur und Bühnenbild studierte. In New York arbeitete er sieben Jahre für die deutsche Architektin Annabelle Selldorf. Heute ist er selbstständig, gestaltete u. a. für die Galeristen Iwan und Manuela Wirth Showrooms in London und New York, sowie ihr schottisches Schloss und die Kunstfarm Somerset. Laplace lebt in Paris.

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