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2016 war kein gutes Jahr für Raffaela Rein. Die zierliche Frau war gestresst, überarbeitet, ihre Firma Career Foundry, die Internetkurse anbietet, machte eine schwere Krise durch. „Auch gesundheitlich ging es mir extrem schlecht. Ich hatte quasi das ganze Jahr über eine Mandelentzündung“, erinnert sie sich. Trotzdem schleppte sich die damals 29-Jährige jeden Tag ins Büro, wollte als Gründerin und Chefin alles geben.

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Romantisches Schlafzimmer: 8 Tolle Ideen und Bilder zur …

Ihr konstanter Begleiter in dieser anstrengenden Zeit: Ingwer. Die scharfe Wurzel linderte ihre Halsschmerzen zumindest etwas, am besten als Tee genossen. Allerdings hatte sie wegen ständiger Treffen und Termine keine Zeit, den Ingwer immer wieder neu zu schneiden, aufzubrühen und ziehen zu lassen.

Raffaela Rein war verzweifelt: „Ich habe über ein Jahr hinweg gefühlt Tausende Ingwer-Produkte ausprobiert. Aber entweder es schmeckte nicht nach Ingwer, war pappsüß oder superteuer. Es gab nichts, das ich richtig gut fand.“

Drei Jahre später steht Raffaela Rein in ihrem Arbeitszimmer im Berliner Stadtteil Steglitz und gießt einen ordentlichen Schluck Wasser aus einer Glaskaraffe in eine kleine, weiß geblümte Porzellantasse. Zuvor hat sie mit einem viel zu großen Löffel ein leuchtend gelbes Pulver in die Tasse geschaufelt. Das Getränk, das dabei entsteht, riecht scharf und intensiv nach Ingwer. Genau so schmeckt es auch. „Manche mögen es lieber etwas schwächer“, fügt sie ein paar Sekunden zu spät noch an und lacht verschmitzt: „Es brennt schon ganz schön.“

Das gelbe Pulver ist Raffaela Reins neuester Streich: Seit einigen Monaten vertreibt ihre frisch gegründete Firma Vitalute das Nahrungsergänzungsmittel: „Ingwer-Kurkuma-Shot mit Vitamin C und Zink und Piperin“ steht auf der kleinen, senfgelben Plastikdose. „Dein täglicher Powershot.“

Heute geht es Raffaela Rein richtig gut. Die quirlige Brünette sprüht nur so vor Begeisterung, wenn sie von ihrem Projekt erzählt. „Das Thema Gesundheit interessiert mich aktuell total. Ich möchte gerne so lange wie möglich gesund bleiben.“

Neben ihrer täglichen Ingwerdosis gehört dazu auch Bewegung, vor allem Yoga. Sie hat sogar einen der beiden Keller- und Lagerräume, die zu ihrer Erdgeschosswohnung gehören, in ein improvisiertes Yoga-Studio umgewandelt. Über Weihnachten waren Raffaela Rein und ihr Freund zudem zwei Monate in Indien, haben dort täglich Yoga geübt und sich gesund ernährt.

Aber nicht nur das: Sie haben von dort aus ihre Firma, Vitalute, vorangetrieben. Das Start-up hat neben dem Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln nämlich noch ein weiteres Ziel: Raffaela Rein möchte ein ortsunabhängiges Unternehmen aufbauen; die Firma soll ohne pompöse Büroräume, Mitarbeiterschreibtische und Präsenzarbeitszeit auskommen. Stattdessen arbeiten alle da, wo sie das am liebsten tun wollen.

Vitalute ist Raffaela Reins zweite Gründung. Nach ihrem BWL-Studium in Durham, im Nordosten Englands, hatte es sie kurz in die Finanzbranche verschlagen. Beim Vermögensverwalter Blackrock in London lernte sie, was stabiles und gutes Management bedeutet, aber auch, wie langsam sich die Räder in großen Unternehmen drehen.

Also heuerte sie Anfang 2011 bei Rocket Internet an, zunächst, um Groupon nach China zu bringen. „Das war das komplette Kontrastprogramm. Man musste morgens um acht Uhr im Büro sein, um überhaupt einen Stuhl zu bekommen. Das Mitarbeiterwachstum war so krass, dass die nicht nachkamen, ausreichend Möbel zu beschaffen“, erinnert sich Rein.

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Für die gebürtige Münchnerin war das eine spannende und lehrreiche Zeit, die sie nachhaltig prägen sollte. „Es hat so viel Spaß gemacht, etwas aufzubauen und entstehen zu lassen. Wenn eine Firma so schnell wächst, gibt es ganz andere Möglichkeiten als in einem alteingesessenen Unternehmen.“ Begeistert zog sie mit Rocket nach Australien und später Taiwan, um Zalando dort mit aufzubauen.

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Als Rocket Internet 2012 auf dem absoluten Höhepunkt der öffentlichen Wahrnehmung war, verabschiedete sich Rein von dem Inkubator. „Ich hatte gelernt, dass auch die nur mit Wasser kochen. Aber auch, dass Gründen der coolste Beruf ist.“

Acht Monate lang suchte sie nach der richtigen Idee. Sie wollte etwas machen, das einen positiven Einfluss und eine gewisse Wirkungskraft auf das Leben der Menschen hätte – nur, was genau, das war ihr noch nicht ganz klar. Als sie die Chance bekam, sich als „Media Entrepreneur“ bei Axel Springer auszuprobieren, ergriff sie die Gelegenheit beim Schopf, digitale Ideen für das Verlagshaus (in dem auch die BILANZ erscheint) zu entwickeln – und stieß so prompt auf ihre Start-up-Idee.

Springer wollte damals 150 Entwickler und Web-Designer einstellen, fand aber nicht genügend Personal. Auch bei Rocket hatte Raffaela Rein bemerkt, wie schwer es war, gute „Techies“ zu finden. Gleichzeitig gab es in Europa sechs Millionen junge Arbeitslose. „Das war mein Erleuchtungsmoment, da war mir klar, dass ich eine Lücke gefunden hatte“, sagt sie. Sie arbeitete die Idee aus, fand über eine Plattform ihren Mitgründer Martin Ramsin und brachte mit Career Foundry ein Unternehmen auf den Markt, das Internetkurse für angehende Web-Entwickler und -Designer anbietet.

Für Career Foundry sammelte Raffaela Rein über die Jahre ungefähr fünf Millionen Euro von Investoren ein, inzwischen ist die Firma profitabel – und Raffaela Rein, laut „Forbes“-Magazin, eine der 50 führenden Tech-Frauen Europas. Nicht überrascht von der Bedeutung, die man ihr international beimisst, ist Philipp Andernach, Chef des Programmentwicklers Service Partner One, den er gerade an den Reinigungstechniker Kärcher verkauft hat. „Raffaela ist eine Ausnahmegründerin. Sie kann einerseits Investoren, Kunden und Mitarbeiter motivieren und für ihre Sache begeistern, aber gleichzeitig kann sie es strukturierter runterbrechen und vor allem operativ umsetzen.“

Für Axel Springer hatten Philipp Andernach und Raffaela Rein damals ein vielversprechendes Modell für Inhaltsmarketing entwickelt, mussten aber nach ihrer erfolgreichen Präsentation erleben, dass die Umsetzung in einem Großunternehmen auf viele Hindernisse stieß. „Uns verbinden drei Dinge“, sagt Philipp Andernach: „Eine besondere Chemie für kreative Zusammenarbeit, eine gemeinsame negative Erfahrung und das Wissen, wie wichtig es ist, sich unternehmerische Freiheit zu schaffen, um Raum für Entwicklung zu haben.“

Diese Werte begleiteten Raffaela Rein auch bei Career Foundry – und führten fast zum Untergang des Start-ups. Von Anfang an wollten sie und Kompagnon Martin Ramsin die Hierarchien im Unternehmen so flach wie möglich halten. 2016 schafften sie sie ganz ab: Jeder war für seine Arbeit und das Vorankommen der Firma verantwortlich und wusste, was der andere verdiente. „Wir haben so daran geglaubt, dass wir damit einen Wert schaffen und die Welt verändern würden, aber es hat überhaupt nicht funktioniert“, gesteht die Unternehmerin.

Jede kleine Entscheidung mussten die beiden Gründer fällen, denn ihre Leute waren damit überfordert oder drückten sich davor. Immer wieder war jemand krank, und die Umsatzziele wurden eklatant verfehlt – auch weil ihren Beschäftigten gute Arbeit doch nicht so wichtig war, wie sie gehofft hatten.

Im Gespräch merke ich der Frau an, dass sie ihre Enttäuschung über diesen Fehlschlag immer noch nicht ganz verwunden hat. „Wenn man an eine so große Idee glaubt und es dann nicht klappt, ist das menschlich unheimlich enttäuschend.“ Zudem schadete es dem Geschäft.

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Als die Gründer die Reißleine zogen und schweren Herzens wieder feste Strukturen und Hierarchieebenen eingeführt hatten, mussten sie – weil das Geld ihrer Investoren zur Neige ging – jeden fünften Mitarbeiter entlassen, um ihre Firma zu retten. Heute schreibt Career Foundry ordentliche Gewinne.

Den Schlag verarbeitete Raffaela Rein, indem sie viel darüber sprach und ihre Erfahrungen für andere Gründer aufschrieb. Heute versucht sie, es wegzulachen. „Scheiterkultur und so“, sagt sie lapidar. Das Beispiel sagt aber einiges über ihren Charakter aus: Ihre Stärke als Gründerin sieht sie in ihrem Durchhaltevermögen. „Man muss immer wieder aufstehen, darf sich nicht unterkriegen lassen. Ich arbeite echt hart und pushe immer weiter. Ich will das Richtige tun, die richtigen Leute treffen. Jede Rede, die ich halte, ist extrem gut vorbereitet“, sagt sie, überlegt dann kurz und fügt an: „Ich glaube, ich bin generell ein pushy Mensch.“

Raffaela Rein wählt damit einen Begriff, der sowohl positiv als auch negativ ausgelegt werden kann. „Pushy“ muss nicht „antreibend“ und „fordernd“ sein, sondern kann auch „aufdringlich“ oder „penetrant“ heißen.

Ihre Studienfreundin Elena Poughia, heute selbst Unternehmerin in Berlin, nennt Raffaela Rein eine „Lebenskraft, die mit allem erfolgreich ist, was sie anfängt“. Sie sei immer mit vollem Herzen dabei und könne andere mitreißen.

Während ihres Studiums in Durham habe Raffaela Rein eine Benefizveranstaltung organisiert, den Bombay Ball. Dabei sei einiges schiefgelaufen, erzählt Elena Poughia (Raffaela Rein selbst bezeichnet den Bombay Ball als „Katastrophe“), aber es sei ein Blick in die Zukunft gewesen und „aufregend, ihr dabei zuzusehen, wie sie Deals mit Investoren ausgehandelt“ habe.

Raffaela Rein begeistert, andere wie sich selbst. Heute ist ihr Medium dafür Instagram. Sie hat zwar keine Massen an Abonnenten, aber es scheinen die Richtigen zu sein. „Die Hälfte der Berliner Gründerszene nimmt Vitalute“, erzählt sie lachend.

Auch sonst setzt die kleine E-Handelsfirma beim Marketing vor allem auf Internetbeeinflusser. Das kommt an. Sie berichtet, dass ihr Produkt sogar im Vorstand eines Dax-Unternehmens die Runde machen würde. „Es ist schon toll, so ein Publikum zu haben, das hatte ich bei Career Foundry nicht.“

Damals musste sie jeden Investor mühsam überzeugen, heute wäre das leichter. Gleichwohl kommt Vitalute komplett ohne Fremdkapital aus.

Raffaela Rein und ihr Freund haben selbst investiert, die Verkäufe werfen zudem schon erste Gewinne ab. Die Gründung habe sich dieses Mal ohnehin viel einfacher angefühlt, sagt sie, vielleicht auch, weil sie das schon häufiger gemacht hat.

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Amazon als Vertriebsplattform nimmt zudem eine ganze Menge an Arbeit ab, regelt die komplette Logistik, hilft beim Marketing. Den Rest erledigt die Frau vom Schreibtisch aus – wo immer der steht. Denn die eigentliche Herausforderung mit Vitalute ist nicht, ein solides Geschäftsmodell zu entwickeln, sondern zu beweisen, dass ortsungebundenes Unternehmertum möglich ist.

Denn Raffaela Rein liebäugelt mit einer ganz bestimmten, alternativen Lebensform, dem digitalen Nomadentum. Die sogenannten Internetnomaden ziehen mit ihren Laptops um die Welt und arbeiten während ihres Wanderlebens für Unternehmen daheim. Schon seit Jahren verfolgt sie den Werdegang einzelner Menschen und Firmen.

Als sich Career Foundry weitestgehend stabilisiert hatte, legte sie Ende vergangenen Jahres die operative Führung nieder (Mehrheitsgesellschafterin bleibt sie weiterhin): Sie wollte endlich ein neues Projekt verfolgen – denn Ideen, die sie begeistern, hat sie viele.

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Sie entschied sich fürs ortsunabhängige Arbeiten. „Man kennt diese Art der Arbeit von Designern oder Entwicklern, vor allem von Einzelstreitern, die durch die Welt reisen und nebenher arbeiten. Aber nicht von einer ganzen Firma. Das hat mich gereizt.“ Ihr Leidenschaftsprojekt mit dem Ingwer passte als Thema genau rein.

Sehr zur Überraschung ihrer Bekannten und Weggefährten. Immer wieder kommt heute die Frage auf: „Ist das jetzt wirklich deine Firma?“ Von der preiswürdigen Tech-Gründerin zur Betreiberin eines Internethandels? Doch man sollte Raffaela Rein nicht unterschätzen, sie weiß genau, was sie tut. „Vitalute sieht klein aus im Moment. Aber am Anfang ist fast jede Firma klein. Wir haben noch viel vor.“

In wenigen Wochen komme ein zweites Produkt auf den Markt, ein pflanzliches Aspirin aus der Weidenrinde. Auch das habe sie wieder rein zufällig entdeckt, als sie nach einer magenschonenden Alternative zu den herkömmlichen Präparaten aus der Apotheke gesucht hatte. „Das ist keine neue Erfindung, viele Menschen nutzen es bereits, vor allem für Kinder. Aber wir bringen es jetzt auf junge, frische Art an eine neue Zielgruppe heran.“

Diese Überzeugungskraft ist es auch, was ihr Partner James Smith – sowohl beruflich als auch privat – so an Raffaela Rein schätzt: „Sie hat Biss und Ehrgeiz, es ist einfach, mit ihr zusammenzuarbeiten“, sagt er. Die beiden lernten sich in Spanien kennen, in einer dieser Wohn- und Arbeitsgemeinschaften für die digitalen Nomaden. Beide verbindet eine ähnliche Vorstellung von Freiheit und Flexibilität.

James Smith hat in London bereits zwei Unternehmen gegründet, für Raffaela Rein zog der 35-jährige Engländer nach Berlin, zunächst, um als Berater für Career Foundry zu arbeiten. Die Liebe bestand diesen Test: „Wir denken ähnlich und sind pragmatisch. Wenn wir eine Antwort nicht kennen, dann finden wir sie eben heraus.“ Die Gründung von Vitalute war der folgerichtige Schritt: „Wir glauben beide daran, dass wir hier ein Millionengeschäft erschaffen können – von unserem Schlafzimmer aus.“

Streng genommen haben sie sich extra ein schickes Arbeitszimmer eingerichtet in ihrer neuen Eigentumswohnung im Berliner Süden. Denn alle Zelte wollen Rein und Smith auch in Zukunft nicht abbrechen. Sechs bis sieben Monate im Jahr verbringen sie in Berlin, im Winter soll es für einige Zeit in wärmere Gefilde gehen. Aktuell ist Rein etwa eine Woche im Monat unterwegs, „immer auf so urlaubsähnlichen Trips“, sagt sie begeistert. Als würde sie sich dafür schämen, ergänzt sie dann aber schnell: „Wirklich offline sind wir ja nie, sondern arbeiten immer irgendwie.“

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